1. Großenasper Kinder-Schachturnier

 

Nachdem ich einmal zufällig in der Betreuten Grundschule 2 Schüler beim Schach spielen antraf, war die Idee geboren, mal ein kleines Turnier zu organisieren. Natürlich war es ungewiss, ob diese Idee Anklang findet, aber ohne einen Versuch kann man das ja nicht erfahren.

Also wurde mit dem 06.01.2009 ein Termin in den Weihnachtsferien gefunden und entsprechend Werbung durch Plakate gemacht. Die Mindestteilnehmerzahl lag bei 4 Spielern, so hätte man ein Rundenturnier (jeder gegen jeden) mit 3 Partien spielen können. Aber als es in Richtung Anmeldeschluss ging, zeichnete sich dann doch ab, dass ein paar Kinder mehr Interesse zeigten. Einen Tag vor dem 06.01.2009 hatten sich 10 Kinder angemeldet. Das war schon toll! Als ich am frühen Nachmittag meine Sachen packte, um in die Betreute Grundschule aufzubrechen, rief dann noch eine Mutter an, ob ihre Kinder so kurzfristig noch mitspielen können. Kein Problem. Den Turniermodus hatte ich soundso schon auf das “Schweizer System“ umgepolt. Bei diesem Modus spielen in jeder Runde immer diejenigen Spieler gegeneinander, die dieselbe bzw. ungefähr dieselbe Anzahl an Punkten haben. Somit teilen sich die Teilnehmer im Verlauf eines Turniers in die obere und untere Turnierhälfte auf.

Da man bei einem Turnier nicht unbegrenzt Zeit hat (wir hatten mit ca. 2 Stunden kalkuliert), musste natürlich auch die Bedenkzeit pro Spieler und Partie eingeschränkt werden. Somit legte ich 10 Minuten pro Spieler und Partie fest, d.h. für 5 Runden brauchten wir maximal 1:40 h. Da zwischen den Runden die neue Auslosung gemacht werden muss, und die Spieler auch mal verschnaufen müssen, passte das ganz gut. Damit man die verbrauchte Bedenkzeit auch kontrollieren kann, verwendet man eine so genannte Schachuhr. Diese Uhr hat 2 Uhrwerke (für jeden Spieler eins) und kann natürlich auch für andere Brettspiele eingesetzt werden, wo 2 Spieler oder 2 Teams unter Zeitbegrenzung gegeneinander spielen. Durch das Drücken des Knopfes oberhalb der eigenen Uhr setzt man die Uhr des Gegners in Gang bzw. umgekehrt.

 

 

 

 

Ich erklärte den aufmerksamen Zuhörern, wie man diese Uhr bedient, und dass es nicht nur wichtig ist, gut zu spielen, sondern dass man auch verlieren kann, wenn die Bedenkzeit aufgebraucht ist, ohne dass eine schachliche Entscheidung gefallen ist. Besonders Letzteres merkten sich einige Spieler recht gut, so dass sie ihren Gegner regelrecht über die Zeit “hoben“ (wie der Schachspieler zu sagen pflegt), d.h. sie spielten zwar nicht so gut, dafür aber sehr schnell und gewannen ihre Partie auf Zeit. Aber das gehört nun einmal dazu.

Letzten Endes denke ich, dass sich trotzdem diejenigen an die Tabellenspitze kämpften, die einfach am Besten spielten. So sah ich bei einigen schöne Mattangriffe, die auch im Erfolg mündeten.

 

Turniersieger wurde Jared L., der als einziger alle 5 Spiele gewann. Zweiter wurde Flemming H. mit 3 Siegen und 1 x Remis. Über den 3. Platz musste die Buchholzwertung entscheiden, denn sowohl Lars F. als auch Patrick W. hatten jeweils 3 Punkte. Die Buchholzwertung ist die Summe der Punkte der Gegner, gegen die man gespielt hat. D.h. eine höhere Buchholzwertung sagt aus, dass man auch die stärkeren Gegner im Turnier hatte. Lars hatte hier einen Buchholzpunkt mehr als Patrick und konnte sich so über den 3. Platz freuen. Alle Spieler bekamen kleine Geschenke und eine Urkunde als Erinnerung, und ich denke, es hat allen Spaß gemacht. Zumindest wurde ich schon vor Ort gefragt, ob wir so ein Turnier mal wieder veranstalten können. Klare Antwort: JA!

 

Abschließend möchte ich lobend erwähnen, dass sich alle sehr diszipliniert und fair während des Turniers verhalten haben und dass ich sehr erfreut darüber war, dass sich auch 3 Mädchen unter den 12 Spielern befanden. Nicht selten wird Schach als Sportart abgetan, die von Jungen bzw. Männern gespielt wird. Dem ist aber in der Tat nicht so.

                                                                                                                          Britta Leib